Buchvorstellung und Rezension: Winternachtssonne von Christelle Zaurrini - Liebesroman, New Adult

Ich wache auf und mein erster Gedanke wandert sofort zu euch.

Vor drei Tagen hattest du Geburtstag, Mama, und Kelly hat nicht einmal daran gedacht. Ich weiß, dass du das verstehen würdest, aber du bist - warst ein viel besserer Mensch als ich. Ich wurde so unglaublich wütend. Sie hat es einfach vergessen. Alle scheinen euch zu vergessen.

Außer mir.

Ich kann es nicht und will es auch nicht.

Was bleibt denn schon, außer der Trauer und Wut? Niemand scheint zu verstehen, warum ich es nicht hinter mir lassen kann. Nicht vergessen kann. Nicht einfach leben kann. In wenigen Monaten werde ich achtzehn und ihr werdet nicht dabei sein. Ihr werdet nie wieder irgendwo dabei sein.

Ich vermisse und liebe euch.

 

Anfang von Kapitel 1

 

Autoren-Information

Christelle Zaurrini wurde 1992 in Luxemburg geboren und lebt heute mit Freund und Kater in der schönen Eifel. Die Liebe zum Geschriebenen beschränkte sich zunächst auf die Bücher vom Meister des Grauens, festigte sich aber, als eine ganz bestimmte Dystopie sich an ihr Herz klammerte und nicht mehr locker ließ. Es wurde zu einer Leidenschaft, die sich später auch im Selbstgeschriebenen widerspiegelte. Mit ihrem Blog und kurzen Gedichten hat das Schreiben begonnen, um mit ihrem Debütroman »Sommernachtswende« erst richtig zu starten.

    

Buchinformationen

Genre: Liebesroman, New Adult 

 

Titel: Winternachtssonne

 

Autorin:Christelle Zaurrini             

 

Verlag: Drachenmond-Verlag

 

Erscheinungsdatum: 15. März 2016

   

Formate: Taschenbuch, e-Book 

 

Seitenanzahl: 200 Seiten

 

ISBN: 978-3959911399

 

Preise:

  • 12,00€ (Taschenbuch)
  • 3,99€ (e-Book)
weitere Romane:
  • Sommernachtswende

 

Klapptext

Seit dem Tod ihrer Eltern ist Bettys Kopf ein düsterer Ort voller Schmerz und tiefer Abgründe. Bevor sie sich in ihrer Trauer vollkommen verlieren kann, schickt ihr Bruder sie in eine Therapie, wo sie Aiden kennenlernt, in dessen Kopf dieselben Schatten hausen. Für eine Zeit scheint es, als könnten sie sich gegenseitig retten, doch dann beginnt für beide der Alltag wieder und Aiden scheint wie ausgewechselt. Gezwängt in Muster, die er nach all den Jahren nicht mehr ablegen kann, verletzt er Betty immer wieder. Ist ihre Verbindung stark genug, um die Rollen, in denen sie Zuflucht gefunden hatten, aufzugeben?

 

Die Fortsetzung von Sommernachtswende

    

Rezension

Winternachtssonne von Cristelle Zaurrini ist wieder einmal ein Roman, welcher mich nicht nur bewegt, sondern auch zu tiefst berührt hat.

Jeder hat im Leben sein Päckchen gefüllt mit Verlusten, Schmerz und Leid zu tragen - die einen mehr, die anderen weniger. Jeder verarbeitet die Dinge anders, aber ich glaube, dass sich zumindest Viele in Teilen dieser Geschichte wiederfinden.

 

In diesem Roman erzählt die 17jährige Betty von ihrem Verlust ihrer Eltern, welche sie vor 8 Jahren verloren hat. Sie spricht in Tagebucheinträgen am Anfang fast jeden Kapitels mit ihnen und wirkt auf mich anfangs ziemlich depressiv.

Sie muss zusammen mit ihrer 11jährigen Schwester Kelly, ihrem großen Bruder Dylan und dessen Freundin Emma plötzlich ihre Heimat verlassen und nach Trier umziehen. Dort lernt sie Aiden und seine kleine Schwester Fee kennen.

Aiden birgt verschiedene Persönlichkeiten in sich und es ist schwer, aber Betty hält stets zu ihm und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Er hilft ihr aus der Dunkelheit ihres Inneren heraus, obwohl er selbst in Schrecken und Angst lebt, wie Betty später herausfindet.

 

Neben den Hauptprotagonisten Betty und Aiden haben mich besonders der große Bruder und seine Freundin Emma beeindruckt. Die beiden haben ihr unbeschwertes Leben aufgegeben, um für Betty und Kelly nach dem Verlust der Eltern zu sorgen. Und sei dies nicht schon genug Verantwortung, helfen die beiden völlig selbstlos auch Aiden und seiner Schwester Fee. Ich bewundere solche Menschen und finde es großartig, dass es diese nicht nur in Romanen gibt.

 

Insgesamt finde ich diese Geschichte sehr realitätsnah, bewegend und zum Nachdenken anregend. So schnell werde ich zumindest die Botschaft hinter der Geschichte nicht vergessen, denn ich finde auch, dass die Menschen heutzutage viel zu egoistisch sind und nur ihr eignes Leid sehen, obwohl es Menschen gibt, die viel schlechter dran sind und unsere Hilfe dringender benötigen. In Selbstmitleid zu zerfließen hilft niemanden und deshalb sollten wir nicht zu oft zurück sondern mehr nach vorn blicken.

 

Vielen Dank für diese tolle Geschichte.

 

 

"Das Leben ist ein Miststück

und schlägt dann zu,

wenn man sich in Sicherheit wiegt."

 

(Mein Lieblingszitat aus diesem Roman - weil so viel Wahres darin steckt.)

    

Bewertung

5 von 5 Sternen

    

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