Buchvorstellung und Rezension: Spiegelsplitter von Ava Reed (Spiegel-Saga - Band 1) - Fantasy-, Jugendroman

Ich starrte noch immer in den riesigen Spiegel vor mir, weil ich hoffte, etwas zu sehen - irgendetwas. Aber da war nichts, niemals.

Mein Vater hatte mir diesen Spiegel zu meinem achten Geburtstag geschenkt und ich erinnerte mich noch genau an das, was er damals zu mir sagte. Als ich ihn fragte, wozu so ein Spiegel eigentlich gut sei, hatte er leicht verwirrt gewirkt, die Stirn gerunzelt und mich unsicher angesehen. Für ihn schien die Antwort offensichtlich zu sein: "Du kannst dich selbst darin sehen und alle anderen Dinge, die der Spiegel gerade sieht."

Doch ich sah nichts darin und fragte mich, ob ich die Einzige war, der es so erging. Auch heute blickte mir wieder nur das Silberglas des Spiegels entgegen, aber kein Spiegelbild. Weder von mir noh von etwas anderem. Enttäuschung machte sich in mir breit, so wie jedes Mal. Ich konnte es nicht verhindern, nie. ...

 

Anfang von Kapitel 1: Caitlin - Die erste Begegnung

 

Autoren-Information

Ava Reed lebt gemeinsam mit ihrem Freund im schönen Frankfurt am Main, wo sie gerade ihr Lehramtsexamen macht. Zur Entspannung liest sie ein gutes Buch oder geht mit ihrer Kamera durch die Stadt. Das Schreiben hat sie schon früh für sich entdeckt und während des Studiums endlich ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Mit „Spiegelsplitter“ verfasste sie ihren ersten eigenen Roman. Mittlerweile arbeitet sie an zahlreichen romantisch-fantastischen Geschichten.

    

Buchinformationen

Genre: Fantasy-, Jugendroman

 

Titel: Spiegelsplitter (Band 1 der Spiegel-Saga) 

 

Autorin: Ava Reed 

 

Verlag: Impress

 

Erscheinungsjahr: 2015

   

Formate: Taschenbuch, e-Book

 

Seitenanzahl: 346 Seiten

 

ISBN: 978-3551300447

 

Altersempfehlung: 14+

 

Preise:

  • 12,99€ (Taschenbuch)
  • 3,99€ (e-Book)

 

Klapptext

**Geheimnisvoll, romantisch und außergewöhnlich**

 

Caitlin weiß nicht, was es bedeutet, sich in einem Spiegel zu sehen, denn sie erblickt nichts darin. Doch er zieht sie an, ruft sie zu sich, wo auch immer sie ist. Eines Tages steht sie dem geheimnisvollen Finn gegenüber, der eine Sehnsucht in ihr weckt, der sie nicht entkommen kann. Immer wieder begegnen sich die beiden, ohne zu wissen, was sie in Wirklichkeit verbindet. Bis Caitlins Erbe zu erwachen beginnt und sie erkennt, dass es mehr auf dieser Welt gibt, als sie ahnt ...

 

Textauszug: Seine dunklen Augen blickten mich an. Sie hielten mich gefangen und ich spürte, dass sich etwas veränderte - in mir schien etwas zu heilen, von dem ich nicht wusste, dass es zerbrochen war.

    

Rezension

Der Erste Teil der Spiegel-Saga von Ava Reed ist wieder einmal Fantasy pur.

Die zwei Romane Spiegelsplitter und Spiegelstaub handeln von Naturgeistern, menschlichen Fantasien, welche durch Träume zum Leben erweckt werden, und noch weiteren, magische Wesen.

 

 

Die Protagonisten der Spiegel-Saga sind die 18jährige Caitlin, welche ohne ihre Mutter in New York aufgewachsen ist und ihren Vater kürzlich durch einen plötzlichen Autounfall verloren hat, und der 19jähige Finn, welcher in Wirklichkeit schon seit Jahrhunderten lebt und einer menschlichen Fantasie entsprungen ist.

 

Caitlin lebt nun zusammen mit ihrem Kindermädchen Erin in Irland, besucht dort die Schule und jobt nebenbei bei Aidan in einem Buchladen. Sie fühlt sich den Spiegeln irgendwie magisch hingezogen, obwohl sie selbst noch nie ihr eigenes Spiegelbild betrachten konnte, da sie einfach - außer das Silber des Glases - nichts sieht, wenn sie in den Spiegel schaut.

Caitlin wirkt auf mich emotional sehr schnell aufgebracht. Sie ist eine starke Persönlichkeit, wirkt aber trotzdem ziemlich zerbrechlich. Alle behandeln Caitlin wie ein rohes Ei, welches mit besonderer Vorsicht beschützt werden muss. Sie ist etwas Besonderes und sehr wichtig für diese und jene Welt. Jedoch finde ich, dass sie manchmal auch ziemlich ungerecht, gerade gegenüber Finn, ist, weil sie ihre wahren Gefühle sich selbst nicht eingestehen möchte.

 

Für Finn - der Jäger - hingegen habe ich gerade am Anfang des Romans ein gewisses Mitgefühl entwickelt. Irgendwie kam es mir so vor, als ob ihn alle für etwas verantwortlich machen, für was er selbst gar nichts kann. Alle sind stets missmutig und aufgebracht ihm gegenüber, wenn er anwesend ist - in welcher Art auch immer. Und so richtig ernst nimmt ihn anfangs auch keiner. Ich an seiner Stelle wäre längst gegangen, aber zwischen Finn und Caitlin existiert eine magische Anziehungskraft, welcher sich Finn nicht entreißen kann, so dass er Caitlin stets zur Seite steht und auch die Ablehnung ihrerseits hinnimmt.

Finn ist für mich der tragische Held in dieser Geschichte und ich bin gespannt, ob sich im zweiten Teil Spiegelstaub seine Rolle, zumindest was die Gefühlswelt angeht, ändert und er ein glücklicher Held wird. Wünschen würde ich es ihm.

 

 

Die Spiegel-Saga ist in einem mir bis jetzt neuen Stil geschrieben. Die Kapitel sind zweigeteilt, so dass erst aus der Sicht von Caitlin erzählt wird und anschließend aus Finns Sicht. Im zweiten Teil Spiegelstaub wechselt dies, so dass erst Finn und dann Caitlin erzählt.

Die beiden erzählen den gleichen Zeitraum, so dass es stets zu Wiederholungen des Geschehens kommt. Diese Schreibweise finde ich persönlich nicht so toll und irgendwie ermüdend. Denn man ließt Caitlin und möchte nun wissen, wie es weiter geht, wird aber durch Finns Part zeitlich wieder zurückgeworfen und liest erneut schon bekannte Dinge bis sich wieder etwas Neues auftut. Ich finde, dass dieser Buchaufbau auch die Spannung herausnimmt. Es ist anstrengend in diesem Stil zu lesen, da man nach dem Kapitel von Caitlin eigentlich schon weiß, dass nun wieder alles von vorne losgeht.

 

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte genau mein Ding und sehr interessant. An Fantasie, Magie wie auch Liebe und Sehnsucht hat Ava Reed in Spiegelsplitter nicht gespart. Ich werde natürlich auch den zweiten Teil Spiegelstaub lesen, aber durch den doch etwas mühsamen Kapitelaufbau brauche ich zwischendurch erst einmal etwas leichtere Lektüre.

    

Bewertung

4 von 5 Sternen

    

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