Stölln – Auf den Spuren von Otto Lilienthal

Stölln – Auf den Spuren von Otto Lilienthal

Heute begann unsere Urlaubstag mit einem gewaltigen Gewitter und wir wollten eigentlich gar nicht so recht aufstehen. Nachdem wir uns nun doch entschlossen hatten etwas zu frühstücken, entschieden wir auf Grund der Wetterlage noch eine Fahrradtour zu unternehmen. Der Regen hatte nachgelassen und die Temperaturen ganz schön abgekühlt – optimales Fahrradwetter also. Ein Ziel war auch schnell gefunden, da hier in der Gegend, wie schon erwähnt, nicht gerade der Bär steppt. Wir sind heute also nach Stölln gefahren – ein historisches Dorf mit dem ältesten Flugplatz der Welt gelegen im Ländchen Rhinow. Zum Glück hat das Handy meines Mannes eine Navigation, denn sonst hätten wir den 18 km langen Weg von Semlin bis nach Stölln nicht gefunden. Neben zwei Hauptstraßen mussten wir einmal quer durch den Wald. Es war leider nichts ausgeschildert, so dass wir uns völlig in die Hände der freundlichen Navi-Stimme begeben mussten. Nach zirka 3 Stunden Fahrt sind wir letztendlich auf dem Gollenberg in Stölln angekommen. Ich kann Euch sagen, das war eine richtige Erleichterung. Die Rückfahrt ging dann aber zum Glück etwas zügiger und wir haben dafür nur 2 Stunden benötigt, so dass wir pünktlich um 18 Uhr zum Abendbrot wieder in unserem Urlaubsdomizil waren.

Der Flugpionier Otto Lilienthal

 

„Der Ingenieur Otto Lillienthal, der im Sommer 1891 als erster Mensch geflogen ist, führte ab 1893 vom Stöllner Gollenberg aus seine erfolgreichen Flugversuche durch.

Die Aufwinde am Gollenberg werden auch heutzutage von Segelfliegern und Drachenfliegern genutzt.

Bei den Fluggeräten, unter anderem beim Flugapparat Nr. 11 „Stölln“, orientierte sich Otto Lilienthal stark am Vogelflug des Storches.

Bei einem dieser Flüge stürzte er am 09.08.1896 aus 15m Höhe ab und verstarb an den Folgen des tragischen Unfalls.

 

Stölln – 1441 urkundlich erwähnt – liegt inmitten des Rhinluchs am Fuße des 110m hohen Gollenbergs, dem höchsten Berg im Havelland. Ein Bild, zusammengesetzt aus Fachwerkhäusern, roten Ziegendächern, der historischen Dorfkirche und der alten Brennerei mit dem Herrenhaus des ehemaligen Gutes.

Das Andenken Lilienthals wird in mehreren Projekten in Ehren gehalten.

 

Am 23. Oktober 1989 landete der Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach ein Langstreckenpassierflugzeug der Interflug Typ Iljuschin 62 auf der nur 860m kurzen Landebahn des Segelflugplatzes und kam damit ins Guinnessbuch der Rekorde.

 

Im vorderen Teil des Flugzeuges ist ab Mai 2012 eine Interflugausstellung zu besichtigen und ein Film zeigt die spektakuläre Landung der IL 62.

 

Wer sich traut und das Ja-Wort geben möchte, hat in einem originellen Standesamt in der IL 62 die Möglichkeit dazu.“ (Quelle: Prospekt Stölln)

Das große Passagierflugzeug sieht man schon hoch auf dem Gollenberg über dem Ort Stölln herausragen, wenn man sich Stölln nähert. Der Weg dorthin ist zwar etwas bergisch, aber es lohnt sich. Das Flugzeug an sich ist schon ziemlich gigantisch für jemanden wie mich, der noch nie in seinem Leben je geflogen ist. Man kann für 4,50€ pro Erwachsener das Flugzeug auch von Innen besichtigen. Im vorderen Teil ist eine Art Museum mit Andenken aus der Zeit Otto Lilienthals aufgebaut und ebenso kann man das Cockpit wie auch das originale Innenleben der IL 62 begutachten. Im hinteren Teil ist das Standesamt und ein Vorführraum. Es ist so gut wie alles im Originalzustand und man sitzt nun auf seiner Bankreihe und schaut einen sehr interessanten Film über die Zeit Otto Lilienthal, seine Bedeutung und natürlich auch über die Idee ein Passagierflugzeug in Stölln abzustellen. Die Maschine wurde nach Stölln von Berlin Schönefeld geflogen. Da diese eigentlich eine Landebahn mit mehr als 2000m benötigt, gab es dabei einige Probleme, so dass es erst beim 3. Anlauf klappte. Die ganze Geschichte wie auch die spektakuläre Landung der IL 62 wird in diesem Film gezeigt. Die Maschine hatte anfangs noch keinen Namen und wurde aber nun liebevoll „Lady Agnes“ getauft, nach der Frau von Otto Lilienthal.

 

Trotz der anstrengenden Fahrradtour hat mir dieser Ausflug richtig gut gefallen. Wer also Lust auf ein bisschen Historie hat und sich für das Fliegen begeistert, ist hier in Stölln auf dem Gollenberg genau richtig. Es gibt auch jedes Jahr zum Todestag von Otto Lilienthal ein großes Fest mit vielen bunten Flugdrachen, Segelflügen, Tanz, Traktorrundfahrten und so weiter. So ist auch dieses Wochenende das kleine historische Dörfchen Stölln wieder auf den Beinen und feiert den von ihnen liebevoll genannten Otto.  

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